Informationen zu Alcopos

In den Medien wurde in letzter Zeit öfters über „Alcopops“ berichtet. Damit sind Getränke in flott gestylten Flaschen und frischen Farben gemeint. Was verbirgt sich aber hinter dem Etikett „Bacardi Breezer“ oder „Bacardi Rigo“?

Ein Verkaufsschlager ...

Alcopops haben sich zu einem großen Geschäft für die Spirituosenbranche entwickelt. Whiskey, Rum oder Wodka werden mit Fruchtsäften gemischt und häufig noch Konservierungs- und Zusatzstoffe zugefügt, die wegen Allergieproblemen sehr umstritten sind. Das Ergebnis ist ein süßes und süffiges Getränk, das Jugendliche, besonders Mädchen gern bestellen. Der typische Alkoholgeschmack ist überdeckt. Geschmacksverstärker und Farbzusätze tun ein Übriges. Jugendliche heben in Testberichten hervor: „Trinkt sich wie Apfelsaft“. In der Tat schmeckt manches Getränk ohne Alkohol bitterer als die neuen Mixgetränke mit Alkohol. Der Industrie ist ein großer Wurf gelungen. Die seit Jahren anhaltende Umsatzstagnation konnte überwunden werden und der Verkauf wurde wieder angekurbelt. Ein Zahlenvergleich verdeutlicht diesen Erfolg. 2001 wurden 10 Mio. Flaschen Rigo verkauft, 2002 waren es nach Angaben der Geschäftsführung bereits 50 Mio.

... und Einstiegsdroge

Die große Gefahr der Alcopops besteht darin, dass sie sich zu einer neuen Einstiegsdroge entwickelt haben. Allerdings ist es den Geschäfte verboten, diese Mixgetränke an Minderjährige abgeben. Denn Branntweinhaltige Getränke dürfen an Jugendliche unter 18 Jahren nicht verkauft werden. Aber Testkäufe haben gezeigt, dass Papier geduldig ist. Das Ergebnis dieser Entwicklung lauetet: Die ersten Erfahrungen mit Alkohol werden in immer jüngeren Jahren gemacht. Nach Untersuchungen der Universität Bielefeld greifen bereits knapp 3% der Fünftklässler (=11 Jahre) regelmäßig zu diesen Mixgetränken. In der 9. Klasse versorgt sich bereits jeder 4. Junge regelmäßig damit. Das sind besorgniserregende Zahlen. Inzwischen denkt auch die Politik darüber nach, wie dieser Konsum begrenzt werden kann.

Eltern informieren

Es ist eine Aufgabe der Erziehungsberechtigten, die Jugendlichen über den Inhalt der Alcopops zu informieren. Denn die wichtigen Informationen stehen auf dem Etikett nur im Kleingedruckten.

Werner Jung